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In unserer wunderschönen Berglandschaft sind ebene Flächen Mangelware. Früher waren diese leicht zu bewirtschaftenden Wiesen im Tal noch rarer, da die Bauern damals Vieles selbst anbauen mussten. Ein Dazukaufen von Lebensmitteln oder gar Futter für die Tiere war nicht möglich.

In unserer wunderschönen Berglandschaft sind ebene Flächen Mangelware. Früher waren diese leicht zu bewirtschaftenden Wiesen im Tal noch rarer, da die Bauern damals Vieles selbst anbauen mussten. Ein Dazukaufen von Lebensmitteln oder gar Futter für die Tiere war nicht möglich. Es fehlte an der nötigen Infrastruktur in Form von Auto bzw. Eisenbahn und am entsprechenden Kleingeld. Somit wurden große Teile dieser Talflächen als Ackerland genutzt und mit Weizen, Mais, Flachs, Getreide, Kartoffeln, Kohl, Kraut etc. bestellt, damit alle nötigen Lebensmittel zur Verfügung standen. Natürlich brauchte man auch Böden für die Heuernte, damit das Vieh gut über den Winter kam. Deshalb beweidete man mit den Tieren im Sommer die höher gelegenen Gebiete, welche einen annehmbaren „Gang“ (das ist die Bezeichnung für Niveauunterschiede in einem Almgebiet) hatten. So konnten im Tal die Böden ausschließlich für den Ackerbau genutzt werden.

Bevor eine Almhütte gebaut wurde, beobachtete man übers Jahr die Witterungseinflüsse und das Umfeld an der geplanten Stelle. Man wollte Gefahren wie Lawinen, Blitze, Winde, Muren und sonstige Beeinträchtigungen soweit wie möglich ausschließen. Erst wenn dies geklärt war, begann man mit dem Bau des Gebäudes. Unzählige Arbeitsstunden wurden in die Errichtung dieser funktionellen Hütten investiert. Eigentlich waren die Anforderungen an die Hütte recht hoch – sie sollte kostengünstig sein, beständig (damit nicht alle Jahre nach dem Winter Reparaturen anfallen) und mancherorts musste ein passender Käsekeller mit konstanter Temperatur und eine dazugehörige „Esse“ (offene Feuerstelle) gebaut werden, damit auch eine Käseproduktion möglich war. In St. Johann in Tirol (Kitzbüheler Alpen) findet man noch sehr viele dieser alten Almhütten. Unzählige Geschichten könnten die Mauern dieser ehrwürdigen Häuser erzählen: über all die Menschen die kommen und gehen, gute und schlechte Zeiten, Unwetter, technischen Fortschritt, Veränderungen am Haus und noch viel mehr. Die noch bestehenden Hütten sind ein Zeugnis der „Bauernschläue“, wie man den ländlichen Hausverstand so schön bezeichnet. Jahrhunderte haben die Gemäuer überdauert, obwohl es zum Zeitpunkt des Baus keine technischen Hilfsmittel gab. Wie wohl die heutigen Gebäude in 200 Jahren ausschauen werden?

Übrigens:
Wussten Sie schon, wie die Menschen früher prüften, dass an bestimmten Stellen der Blitz nicht einschlägt?

Man achtete dabei auf den Aufenthaltsort von „Heppinen“ (Kröten). Dort wo sich eine Kröte an einem Gewitter aufhält, wird der Blitz nicht einschlagen.

Huberalm

Eine noch heute erhaltene Alm in den Kitzbüheler Alpen St. Johann in Tirol – Erpfendorf Bild: um 1960 (Huberalm)

Almen im Wandel:

Der Erhalt dieser Häuser ist teilweise sehr kostenintensiv und mühsam. Mit dem Bau von Forststraßen und der Erschließung mit Strom konnten einige Almhütten vor dem Verfall bewahrt und somit ein Stück Kulturgut gerettet werden. Die Auffahrt mit dem Auto, zur Betreuung der Tiere und der Almflächen wurde somit erleichtert. Ohne diese Erschließungen würden sehr viele Hütten und Almflächen nicht mehr existieren, da auf Grund der Spezialisierung in der Landwirtschaft die Almwirtschaft an Bedeutung verloren hat.

Grund dafür ist, dass in unseren Breiten der Großteil der Landwirte sich auf die Milchproduktion konzentriert und dem Ackerbau kaum bis gar keine Aufmerksamkeit mehr schenkt. Die zusätzlich gewonnen Flächen, die durch das Zurückdrängen des Ackerbaues gewonnen wurden, werden nun für Beweidung und zur Heuernte verwendet. Das Futter auf der Alm ist zwar hochwertig aber nicht sehr energiereich und somit werden die Tiere über die Sommermonate im Tal gefüttert. Dort können die Kühe in modernen Laufställen mit hochtechnischen Melkanlagen einfach und effizient betreut werden. Tiere die „gealpt“ werden benötigen durch die ständige Bewegung zusätzliche Energien. Somit produziert die Kuh automatisch weniger Milch, weil sie das gefressene Futter zum Krafttanken benötigt.

Rangenalm

Eine ebenfalls noch original erhaltene Alm in den Kitzbüheler Alpen St. Johann in Tirol – Kirchdorf (Ranggenalm)

In letzter Zeit präsentiert sich aber die Alm in einem neuen „alten“ Kleid. Der Erholungsraum Alm gewinnt wieder zunehmend an Bedeutung. Auch früher wurden bereits Kinder und Erwachsene zur Entspannung den Sommer über auf die Alm geschickt. Nun suchen erneut Jung und Alt die Ruhe, die Beschaulichkeit und die Einfachheit inmitten der gebirgigen Naturlandschaft und lassen für einige Stunden den hektischen Alltag im Tal zurück.

Raintalalm    Mühlbachalm

(Raintalalm, Mühlbachalm)

Bildnachweise:
Mühlbachalm – Josef Grander
Raintalalm – Max Wurzenrainer
Ranggenalm – Unbekannt
Huberalm – Unbekannt

Die Geschichten können Sie auch auf der Website der Region Kitzbüheler Alpen – St. Johann in Tirol lesen